Liceul Teoretic „Joseph Haltrich“ Sighișoara

Aus NaviNatur International (DE)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schulsteckbrief

Die Stadt Sighisoara liegt ziemlich genau im Mittelpunkt der Landkarte Rumäniens, in der Region Siebenbürgen, die man auf der Welt besser als „Transsylvanien“ kennt. Das Ortsschild der Stadt zeigt zwei weitere Namen: Segesvar nennt man sie in der ungarisch sprechenden Minderheit, und Schäßburg heißt sie bei den hier lebenden Siebenbürger Sachsen, deren Vorfahren sie im Mittelalter gründeten und jahrhundertelang kulturell prägten.

Die Schülertreppe

Jahrhunderte alt ist auch unsere Schule, die oft ihren Namen wechselte, aber ihre populäre Bezeichnung auch schon Hunderte von Jahren führt: die „Bergschule“. Wer sie erreichen will, muss nicht nur gut gelernt haben für die Aufnahmeprüfung, sondern braucht Luft zum Treppensteigen: 175 Eichenschwellen, überdacht seit dem 17. Jahrhundert, führen hinauf auf den Berg und bilden die „Schülertreppe“ – in jedem Rumänien-Reiseführer als Kuriosität hervorgehoben.

Seit den Anfängen des 17. Jahrhunderts wird auf dem Berg gelernt und gelehrt, in Latein, Griechisch und Hochdeutsch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der direkt neben der evangelischen Bergkirche gelegenen „Schul“ der Siebenbürger Sachsen ein Lyzeum, in dem auch rumänischsprachige Klassen unterrichtet wurden.

Eine Schule im Umbruch

Nach 1990 wandelte sich das Bild der Schule aber radikal: Der rasche Exodus der deutschsprachigen Minderheit aus Siebenbürgen nahm dem Lyzeum die Mehrheit ihrer Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Dass die Schule weiterhin Unterricht in deutscher Sprache anbieten kann, verdankt sie neben der Bereitschaft des rumänischen Unterrichtsministeriums zum Erhalt der deutschsprachigen Schulen auch der materiellen und personellen Unterstützung durch die deutsche Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.

Heute besuchen die deutschsprachigen Klassen zu 90 Prozent Jugendliche, in deren Familien die Muttersprache Rumänisch ist. Sie gehen den Berg hinauf zu einem Gebäude, das seit den neunziger Jahren mit der Hilfe der Hermann-Niermann-Stiftung wieder seinen schmucken historischen Baustil zeigen kann und auch mit zeitgemäßer Einrichtung versehen wurde.